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Who is Who?

Ludwig Boltzmann
1844-1906

Ludwig Boltzmann wurde als Sohn eines Beamten der kaiserlichen Finanzverwaltung in Wien geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Salzburg und Linz, wo er das Gymnasium besuchte. Neben historischen und pädagogischen Vorlesungen belegte er die Fächer Mathematik und Physik und legte die Lehramtsprüfung ab. 1867 wurde Boltzmann Assistent bei Josef Stefan, nach seiner Habilitation erhielt er 25-jährig 1869 einen Ruf als Professor für Mathematische Physik in Graz. Boltzmann kehrte mehrfach nach Wien zurück: zunächst 1873 als Professor für Mathematik, nach weiteren Professuren im Fach Physik in Graz und München trat er 1894 die Nachfolge von Josef Stefan als Professor für Theoretische Physik an und kehrte schließlich nach einer Professur in Leipzig 1902 neuerlich nach Wien zurück: in der Nachfolge von Ernst Mach hatte er bis zu seiner Emeritierung 1904 den Lehrstuhl für Naturphilosophie inne. Zwei Jahre später nahm er sich in Duino bei Triest infolge eines schweren Nervenleidens das Leben.

Ludwig Boltzmann ist einer der bedeutendsten österreichischen Mathematiker und Physiker, er bereitete die Grundlagen der modernen physikalischen Wissenschaft vor. Mithilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung klärte er als erster den Zusammenhang zwischen Thermodynamik und Mechanik und konnte die Entropie theoretisch beweisen. Ihm gelang es auch, die elektromagnetische Lichttheorie Maxwells experimentell zu stützen. Er begründete das von Stefan empirisch gefundene Strahlungsgesetz und förderte als überzeugter Anhänger der Atomistik die Entwicklung der kinetischen Gastheorie. Boltzmann führte die Statistik in Mathematik und Physik ein.

Boltzmann, der im Herbst 1895 den einleitenden Vortrag im Rahmen der Volkstümlichen Universitätsvorträge hielt und 1895/96 im Wiener Volksbildungsverein vortrug, gehörte zu den Mitunterzeichnern des Gründungsaufrufs, in dem eine Volksuniversität gefordert wurde.

Weiterführende Literatur:

Engelbert Broda, Ludwig Boltzmann. Mensch – Physiker – Philosoph, Wien: Verlag Franz Deuticke 1986, 149 S.

Herbert Hörz/Andreas Laaß, Ludwig Boltzmanns Wege nach Berlin. Ein Kapitel österreichisch-deutscher Wissenschaftsbeziehungen (= Studien zur Geschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR, Bd. 13), Berlin: Akademie-Verlag 1989, 119 S.