Knowledgebase Erwachsenenbildung
 

Themen

Newsdetails

Jour Fixe Bildungstheorie/praxis Vom Sinn und Eigen-Sinn allgemeiner Erwachsenenbildung

10.2020 - 13.01.2021 | online

 

 

Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis

Vom Sinn und Eigen-Sinn allgemeiner Erwachsenenbildung
Wintersemester 2020/21

Wegen der COVID-Bedingungen finden die Vorträge ONLINE statt:
Weitere Informationen unter: https://www.facebook.com/JourFixeBildungstheorie https://bildungswissenschaft.univie.ac.at

Veranstaltungsreihe organisiert von:

Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien
Ring Österreichischer Bildungswerke
Verband Österreichischer Volkshochschulen
Institut für Wissenschaft und Kunst


Allgemeine Erwachsenenbildung gewann ihr Selbstverständnis vor allem aus der tradierten Unterscheidung zwischen Bildung und Ausbildung und in der Abgrenzung zur beruflichen Erwachsenenbildung. Im Kontext der heute bildungspolitisch dominierenden Strategien zum lebensbegleitenden Lernen mit ihren Ansprüchen auf Steuerung, Standards, Evaluierung usw. verlieren diese Unterscheidungen (in durchaus zwiespältiger Weise) an Bedeutung. Denn für allgemeine Erwachsenenbildung waren/sind immer auch freie, offene und politische Praxisformen bestimmend, die in radikalem Widerstreit
stehen mit den neuen Steuerungsansprüchen. Diesen Eigen-Sinn allgemeiner Erwachsenenbildung behandeln wir in diesem Semester anhand theoretischer Konzepte und praktischer Beispiele: Erwachsenenbildung als gesellige Unterhaltung und als gemeinschaftliches Engagement, als ehrenamtliche Praxis in Gemeinden und Stadtteilen, als gelebte Philosophie der Praxis im Sinne von Antonio Gramsci, als gemeinsames künstlerischkreatives Handeln, als Praxis selbstbestimmter Lerngemeinschaften usw.

Ort: Wegen der COVID-Bedingungen finden die Vorträge in diesem Semester online statt.
Weitere Informationen unter: https://www.facebook.com/JourFixeBildungstheorie
https://bildungswissenschaft.univie.ac.at

► Mittwoch, 28.10.2020, 19:00 Uhr
Irene Cennamo (Klagenfurt):

„Freie Bildung“: gemeinsames selbstbestimmtes Lernen in der Erwachsenenbildung. Erkundungen zu Konzepten, Erfahrungen und ihrer Akzeptanz


Am Beispiel regionaler Bildungslandschaften in strukturschwachen Gegenden werden lebens- und arbeitsnahe Formen des (Weiter)Lernens Erwachsener abseits planvoller Bildungsprogramme und institutionalisierter Einrichtungen erkundet. Eingefordert wird eine stärkere wissenschaftliche (und bildungspolitische) Berücksichtigung der Weiterbildungsteilnahme an „freier“ Bildung. Es geht um Lernen als Selbstvollzug, als Entfaltungslernen für Subjekt und Gesellschaft im Spannungsfeld von planbarem und überprüfbarem Lernen – und um verkannte (andragogische) Bildungsformen und -formate, die allgemeine, kulturelle und gesellige Bildungstätigkeit unter einer gemeinschaftsstiftenden und gemeinnützigen Perspektive integrieren.


Irene Cennamo ist Assistenzprofessorin im Arbeitsbereich Erwachsenenbildung und berufliche Bildung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.


► Mittwoch 25.11.2020, 19:00 Uhr
Wolfgang Kellner (Wien):


Ehrenamtliche Bildung, Bildung im Ehrenamt – und die Strategie zum lebensbegleitenden Lernen


Ehrenamtliche Erwachsenenbildung initiiert Bildung und Kultur in Gemeinden und Stadtteilen. Ihre Praxis, beispielsweise in den Mitgliedseinrichtungen des Rings Österreichischer Bildungswerke, steht häufig im Widerstreit mit den Steuerungs- und Bewertungsimperativen der dominanten Politik zum lebensbegleitenden Lernen – und sie versucht diesen gegenüber einen Eigen-Sinn gemeinwesenorientierter Bildung und Kultur geltend zu machen. Anders beim Thema „Bildung im Ehrenamt“ bzw. „Informelles Lernen im Ehrenamt“, das besondere Anknüpfungen an Strategien zum lebensbegleitenden Lernen eröffnet: z.B. mit Formaten zur Validierung informeller Bildung bzw. des informellen Lernens im Ehrenamt – mit einer durchaus „eigen-sinnigen“ Methodik dialogischer Selbsterkundung statt Fremdbewertung mit Messungen und Tests. Beispiele und Konzepte aus der ehrenamtlichen Bildungspraxis und der Validierungspraxis im Ehrenamt werden präsentiert und zur Diskussion gestellt.


Wolfgang Kellner ist Leiter des Bildungs- und Projektmanagements im Ring Österreichischer Bildungswerke.


► Mittwoch, 16.12.2020, 19:00 Uhr
Stefan Vater (Wien):


Warum sich weiterbilden? Beweggründe für Bildungsteilnahme in der allgemeinen Erwachsenenbildung

Der Vortrag präsentiert Ergebnisse einer qualitativen Befragung von Volkshochschulteilnehmer* innen über ihre Gründe, an Erwachsenenbildung teilzunehmen, und zeigt, dass berufliche Verwertbarkeit nur eine von vielen Motivationen ist, sich zu bilden. Darüber hinaus wird auf weitere Studien zur Bildungsmotivation in der Erwachsenenbildung verwiesen.


Stefan Vater: wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeits- und Forschungsstelle des Verbands Österr. Volkshochschulen und Lehrbeauftragter für Gender Studies und Bildungswissenschaften an den Universitäten Wien und Basel (CH)


► Mittwoch 13.01.2021, 19:00 Uhr
Jan Niggemann (Wien):


Bildung als gelebte Philosophie der Praxis


Bildung kann mehr sein als das Erlernen eines bildungsbürgerlichen Kanons. Bildung kann eine Praxis des Lernens und Verlernens von Identität sein, des kritischen Denkens, der ethischen Haltung oder des ästhetischen Urteils. Sie wird es nur, wenn sie jene Menschen und Gruppen adressiert und einbezieht, die aktiv von ihr ausgeschlossen werden. Wenn die Philosophie, die in jeder Bildungsauffassung steckt, explizit zum Gegenstand gemacht wird, kann Bildungspraxis dazu beitragen, eine Bildung für alle zu ermöglichen.


Jan Niggemann ist Erziehungswissenschaftler, arbeitet in der Politischen Bildung und lehrt an der Universität Wien.


Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis: Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation zwischen Erwachsenenbildung und Universität, in der das Theorie-Praxis-Verhältnis der Erwachsenenbildung als lebendiger Diskurs gepflegt wird. Im Zentrum der Diskussions- und Vortragsabende, Expert*innengespräche und Workshops an vier bis fünf Terminen pro Semester stehen offener Austausch, Perspektivenwechsel, theoretische Reflexion und Kritik. Die Reihe ist offen für alle
Interessierten.


Konzept und Organisation:


Bettina Dausien: Professorin für Pädagogik der Lebensalter am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien.
Wolfgang Kellner: Leiter des Bildungs- und Projektmanagements im Ring Österreichischer Bildungswerke.
Daniela Rothe: Vertretungsprofessorin für Erwachsenenbildung am Institut für Berufs- und Weiterbildung der Universität Duisburg-Essen.
Stefan Vater: wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeits- und Forschungsstelle des Verbands Österreichischer Volkshochschulen

Kontakt und Information:
Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK), Berggasse
17/1, 1090 Wien, Tel.: +43-1-317 43 42,
iwk@iwk.ac.at, http://www.iwk.ac.at